Fechten Fühlen/ Die DVD zur EM
Fechten Fühlen - so lautete das Motto zur Europameisterschaft im Fechten 2010. Die emotionalsten Bilder, die spektakulärsten Aktionen und schönsten Szenen der Europameisterschaften in Leipzig mit mehr als zwei Stunden Film sind nun auf einer einzigartigen DVD zusammengefasst.
Den Trailer zur Film-DVD könnt ihr hier Online ansehen.
Die DVD könnt ihr ab sofort im EM-Fan-Shop (www.fanshop-em2010.de) kaufen.
Fernsehanalyse zur EM Fechten
Fecht-EM im TV
Seit wenigen Tagen ist die Heim-EM von Leipzig Geschichte. Sicher werden die Erfolge der deutschen Fechterinnen und Fechter noch lange nachwirken. Und auch medial waren die Europameisterschaften ein voller Erfolg. Mehr als 100 Journalisten aus 12 Nationen waren in der sächsischen Metropole vor Ort, täglich berichteten Hörfunk, Fernsehen und viele Print-Medien über das deutsche Fecht-Event aus Leipzig. Jeweils rund 1,4 Mio. Zuschauer verfolgten am Samstag (17.07.2010) und Sonntag (18.07.2010) die Live- Übertragungen aus Leipzig. Zu ihnen gesellten sich am vergangenen Samstag nochmals 1,61 Mio. Zuschauer des "Aktuellen Sportstudio", das Europameisterin Imke Duplitzer als Studiogast begrüßte.
Einige Beiträge von ARD, ZDF und MDR findet ihr hier:
6 wunderbare Tage sind vorbei!
6 tolle Fechttage mit genau 6 x Edelmetall für das deutsche Team sind vorbei.
Eine schöne Zeit für alle die es hautnah erleben konnten. Unser Dank gilt allen, den Helfern, Sponsoren, Firmen. Kampfrichtern, Offiziellen und den freundlichen Gastgebern aus Leipzig, die diese EM wahr gemacht haben.
Wir haben 6 Tage FECHTEN GEFÜHLT!
Starke Degenfechter holen Bronze
Das war Dramatik Pur. Das „kleine Finale“ im Herrendegen hätte von berühmten Regisseuren nicht besser inszeniert werden können.
31:31 nach dem achten Gefecht. Christoph Kneip übergibt an seinen Team-Kollegen Jörg Fiedler. Weitere drei Minuten später steht es 34:34 gegen die Schweizer. Fiedler scheint den Sudden Death regelrecht herauszufordern. Es knistert förmlich in der Halle. Fast 30 Sekunden wartet der einstige Leipziger auf seine Chance und bekommt sie, setzt den entscheidenden Treffer zum 35:34. Danach ist nicht nur die Degenmannschaft aus dem Häuschen.
„Endlich“, stöhnt Bundestrainer Didier Ollagnon. „Diese Medaille war so wichtig für uns“, ergänzt er, zieht sich zurück, um den Erfolg auf seine Art zu genießen und zu feiern.
Anfangs lief alles nach Plan. Estland wurde im Auftaktgefecht mit 41:35 bezwungen, im Viertelfinale unterlag Polen mit 35:45 gegen Jörg Fiedler, Martin Schmitt (beide Tauberbischofsheim), Christoph Kneip (Leverkusen) und Steffen Launer (Böblingen). Doch dann folgte eine schmerzhafte Niederlage gegen die Ukraine. 39:45 unterlagen die Vier, denen damit „nur“ das kleine Finale blieb. „Die Jungs können mehr. Wir haben hier zu viele Fehler zugelassen und zu wenige Fehler der anderen genutzt“, wird Didier Ollagnon kurz kritisch. Jene Jungs riefen dann im entscheidenden Moment ihr Potential ab und holten (endlich) die ersehnte Medaille. „Wir haben uns durchgekämpft. Wir haben als Team funktioniert. Erst bei der WM Vierter, dann vielleicht beim Heimspiel noch mal Blech. So viel Pech kannst du nicht haben. Glücklicherweise ist das nicht eingetreten“, schnaufte Fiedler erleichtert durch.
Der EM-Titel ging in der sächsischen Metropole an Ungarn, die sich im abschließenden Gefecht gegen die Ukraine mit 45: 39 durchsetzten.
Auch im Damensäbel machten die deutschen Fechterinnen eine gute Figur. Stefanie Kubissa, Davina Hirzmann (beide Dormagen), Sibylle Klemm (Tauberbischofsheim) und Anja Musch (Künzelsau) starteten mit einem 45:28-Sieg gegen Island. Im Viertelfinale traf das Quartett auf Weltmeister Ukraine, die die Deutschen mit 45:25 niederrangen. Es folgte eine knappe 41:45-Niederlage gegen Frankreich und ein abschließender 45:44-Sieg gegen Spanien. „Der siebente Platz war unser Minimalziel. Wir blicken weiter nach vorn und werden in Paris wieder angreifen“, äußerte anschließend Bundestrainer Eero Lehmann.
Die Ukrainerinnen wurden am Ende des letzten Wettkampftages durch einen Sieg gegen Russland (45:38) neuer Europameister. Rang drei ging an Italien, die sich gegen Ungarn mit 45:44 durchsetzen konnten.
Leipzig großes Fest für den Fechtsport
Noch während die letzten Entscheidungen der Fecht-Europameisterschaften in Leipzig laufen, haben der Deutsche Fechter-Bund und der Europäische Fechtverband EFC ein erstes Resümee gezogen.
„Fechten fühlen“, so lautete das Motto der Heim-EM in Leipzig vor dem Start, mit dem die „Gesichter der EM“ für Leipzig und für ihren Sport warben. „Nicht nur wir, all unsere Gäste haben Fechten gefühlt, die tolle Atmosphäre hier in Leipzig genossen“, lautet das erste Fazit von DFB-Präsident Gordon Rapp. „Für die deutschen Athleten war es eine Plattform, um sich zu präsentieren und sportlich zu überzeugen. Das ist ihnen hervorragend gelungen“, fügt er hinzu.
Die Zahlen zur EM sprechen eine deutliche Sprache: Rund 1200 Akteure, davon mehr als 400 Fechterinnen und Fechter aus 40 Nationen, über 200 Volunteers, waren am Erfolg der EM beteiligt. Mehr als 100 Journalisten aus 12 Nationen berichteten über die kontinentalen Spiele in der sächsischen Metropole. Alle großen deutschen Tageszeitungen informierten über Ergebnisse, Siege und Niederlagen. Mehr als Fast drei Stunden berichteten ARD/ZDF, der MDR und andere regionale TV-Sender über die EM. Zudem besuchten rund 12.000 User die Web-Seite des DFB täglich. Und geschätzte 10.000 Zuschauer verfolgten die Gefechte der EM in der ARENA Leipzig. „Vor der EM bin ich nach meinem Wunsch für die EM gefragt worden. Ich habe damals gesagt, ich würde mir ein großes Fest für den Fechtsport wünschen. Heute kann ich sagen, es ist ein großes Fest für den Fechtsport geworden“, schildert Sportdirektor Manfred Kaspar seine Eindrücke. „Und wir freuen uns natürlich besonders darüber, dass unsere Athleten insgesamt fünf Mal Edelmetall geholt haben, dabei im richtigen Augenblick andere in Bresche gesprungen sind, die nicht so im Fokus stehen. Klar ist, dass man nicht automatisch siegt, wenn man in der Weltrangliste ganz vorn liegt“, so Kaspar weiter. Nun hoffen er und Präsident Gordon Rapp, dass die deutsche Equipe ihre Erfolge bei der WM in Paris wiederholen kann.
„Es war ein großes und sehr gutes Championat“, lobt Frantisek Janda, Präsident des Europäischen Fechtverbandes (EFC) die Arbeit der Organisatoren um den Förderverein“ Attaque d’ Escrime“ und den DFB. „Das war super Werbung für den Fechtsport. Wir wollen unsere Sportart vielen Menschen zugänglich machen. Das ist Leipzig hervorragend gelungen“. Und abschließend fügt er hinzu: „Danke an den DFB, an Attaque, Danke an den DFB, die Stadt Leipzig, den Freistaat Sachsen und die Leipziger für ihre Unterstützung. Ich hoffe, wir treffen uns wieder zu einem weiteren Championat in Leipzig“.
Deutsche Teams gehen leer aus
Die enttäuschten Gesichter bei den deutschen Fechtern waren am fünften Tag der Fecht-Europameisterschaften nicht zu übersehen. „Klar sind wir enttäuscht, wir wollten hier Edelmetall holen“, fasste Bundestrainer Uli Schreck die Stimmungslage im Herrenflorett kurz zusammen. Die entwickelte sich spätestens mit der Viertelfinal-Niederlage gegen Großbritannien. 41:45 unterlagen Peter Joppich (Koblenz), Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim), Andre Weßels und Sebastian Bachmann (beiden Bonn) dem britischen Team. Fast noch überraschender folgte ein 40:45- gegen Österreich. Im abschließenden Kampf um Rang Sieben gaben die vier nochmals alles und siegten souverän gegen Rumänien 45:24. „Jetzt“, so Bundestrainer Schreck, „haben sie sich eine Sendepause verdient. Sie waren natürlich ein wenig müde“. Und er fügt abschließend hinzu: „Der Druck ist jetzt weg. Und wir sind nicht mehr in der Rolle des Favoriten, wenn es in Paris um die WM-Medaillen geht“. „Ausruhen, abschalten und Kraft tanken, bevor es in die WM-Vorbereitung geht. Das ist für uns jetzt ganz wichtig. Die Saison hat geschlaucht. Ich. denke, mit der WM-Vorbereitung sind wir wieder hoch motiviert und werden in Paris voll angreifen“, erklärt Sebastian Bachmann.
Die Briten ihrer schafften es gar bis in das kleine Finale der EM von Leipzig, siegten hier gegen Polen 44:37. Im Finale standen erwartungsgemäß Italien und Russland. Der Weltmeister des Jahres 2009 setzte sich gegen Russland klar mit 45:33 durch.
Auch im Damendegen verpasste das Team von Bundestrainer Piotr Sozanski knapp die anvisierte Medaille. Gegen Großbritannien gab es einen erwartungsgemäßen Auftaktsieg (25:19), doch es folgte eine weniger erwartete Niederlage gegen Polen im Sudden Death. Damit war der Traum von der Finalteilnahme bereits geplatzt. Im abschließenden Gefecht um Rang drei verloren Imke Duplitzer (Bonn), Britta Heidemann (Leverkusen), Monika Sozanska und Ricarda Multerer (beide Heidenheim) dann gegen Frankreich 35:45. „Extrem enttäuscht“, beschrieb anschließend Olympiasiegerin Britta Heidemann ihre Gefühlslage auf das verpasste Gold- Gefecht: „Ich kann mich irgendwie daran erinnern, dass es zuletzt immer nur ein Treffer war, der uns fehlte“. Bereits bei der WM in Antalya unterlag das deutsche Quartett gegen Polen Sudden Death.
Derweil ging Polen als Sieger im Damendegen von der Planche. Die Deutschland-Bezwinger gewannen im Finale mit 35:30 gegen Italien.
Am morgigen letzten Wettkampftag sind dann nochmals die Damensäbel-Fechterinnen und die Herrendegen-Akteure zu sehen. Natürlich sind nun alle darauf gespannt, ob sich das deutsche Damensäbel-Team, wie auch ihre männlichen Kollegen, erfolgreich in Szene setzen kann. Im Herrendegen müssen die Deutschen den Ausfall von Sven Schmid verkraften und hoffen, dass Steffen Launer seinem Ruf als exzellenter Mannschaftsfechter gerecht wird.
Deutsche Erfolgsstory geht weiter
Drei Podest Plätze, Rang drei im Medaillenspiegel standen nach dem Ende der Einzelentscheidungen für das deutsche Team zu Buche. Für den nun anstehenden Teil Zwei hatte sich die deutsche Equipe einiges vorgenommen.
Und diesem Vorhaben ließen die Teams im Damenflorett und Herrensäbel mehr als nur Taten folgen. Das Damenflorett-Quartett um Katja Wächter, Carolin Golubytskyi, Sandra Bingenheimer (alle Tauberbischofsheim) und Martina Zacke legte am ersten Tag der Team-Wettbewerbe einen furiosen Start hin. Im Auftaktgefecht hatte Ungarn mit 31:32 das Nachsehen. Es folgte ein klarer 37:25-Sieg gegen Olympiasieger und Vizeweltmeister Russland. Damit sorgte das Team für die erste, große Überraschung in den Mannschaftsentscheidungen, war zudem das EM-Finale erreicht. Dort standen die Schützlinge von Bundestrainer Lajos Somodi Italien gegenüber. Und auch denen ergaben sie sich keineswegs kampflos. Bis zur Mitte des Gefecht hielten die Deutschen mit, ehe Italien mit ihrer „Grande Dame“ Valentina Vezzali davon zog. 45:26 setzte sich schlussendlich die „Squadra Azzurra“ gegen die deutschen Florettfechterinnen durch. „Natürlich hätten wir vorher nicht gedacht, dass es Silber wird. Wenn Du im Finale stehst, willst du natürlich mehr. Das ist uns heute nicht ganz gelungen. Aber wir sind natürlich mehr als froh über Platz zwei“, so Katja Wächter kurz nach dem Finale. Und sie fügt hinzu: „Natürlich hatten wir uns nach dem Einzel einiges vorgenommen. Der zweite Platz ist gewissermaßen eine Genugtuung“. Nach Bronze bei der WM in Antalya erringen vier nun mit Silber bei der EM die zweite Mannschafts-Medaille in Folge.
Rang drei ging im kleinen Finale an Russland, die sich mit 30:29 gegen Polen durchsetzten. Im Herrensäbel trumpften Nicolas Limbach, Max Hartung, Benedikt Beisheim (alle Dormagen) und Björn Hübner (Tauberbischofsheim) bereits im Viertelfinale ganz groß auf. Das Team von Coach Vilmos Szabo eliminierte Olympiasieger Frankreich deutlich mit 45:36. Auch den Titelverteidiger Italien brachten Limbach und Co. an den Rand einer Niederlage. Es bedurfte eines Aldo Montano, um die Niederlage der Italiener abzuwenden. Hier trafen die deutschen Herrensäbler im kleinen Finale auf Russland, die im Halbfinale der Ukraine 44:45 unterlaegen waren. Vom großen Ziel Podest ließen sich die vier dann nicht mehr abbringen. 45:38 setzten sich Limbach und Co. gegen den Mitfavoriten Russland durch und errangen verdient Bronze. „Es ist unglaublich. Natürlich ist man enttäuscht, wenn man verliert. Aber wir verlieren zusammen und gewinnen zusammen. Umso größer ist meine Freude über diesen dritten Platz. Ich hatte noch nie eine Mannschaftsmedaille. Das war insgesamt eine unglaubliche Mannschaftsleistung“, brachte Nicolas Limbach anschließend seine Gefühle zum Ausdruck.
Alter und neuer Europameister im Herrensäbel ist Italien, die sich im abschließenden Finale gegen die Ukraine mit 45: 28 durchsetzten.
Halbzeit bei Fecht-EM in Leipzig
Die deutsche Equipe kann mit dem Verlauf der Fecht-Europameisterschaften bisher durchaus zufrieden sein. Drei Medaillen, Rang drei im Medaillenspiegel.
Und mit Beginn der Mannschaftsentscheidungen legen die deutschen Teams sofort nach. Sowohl die Damenflorett-Mannschaft, als auch die Herrensäbler sorgen in Leipzig für Furore. Das Damenflorett-Quartett um Katja Wächter, Carolin Golubytskyi, Sandra Bingenheimer (alle Tauberbischofsheim) und Martina Zacke legte am ersten Tag der Team-Wettbewerbe einen furiosen Start hin. Im Auftaktgefecht hatte Ungarn mit 31:32 das Nachsehen. Es folgte ein klarer 37:25-Sieg gegen Vizeweltmeister Russland. Im Finale stehen die Schützlinge von Bundestrainer Lajos Somodi nun Italien gegenüber. Im Herrensäbel trumpften Nicolas Limbach, Max Hartung, Benedikt Beisheim (alle Dormagen) und Björn Hübner (Tauberbischofsheim) bereits im Viertelfinale ganz groß auf. Das Team von Coach Vilmos Szabo eliminierte Olympiasieger Frankreich deutlich mit 45:36. Auch Vorjahres-Europameister Italien brachten Limbach und Co an den Rand einer Niederlage. Es bedurfte eines Aldo Montano, um die Niederlage der Italiener abzuwenden. Damit treffen die deutschen Herrensäbler im kleinen Finale auf Russland, die im Halbfinale der Ukraine 44:45 unterlagen.
Im Herrendegen müssen die deutschen Fechter auf die Dienste von Ex-Europameister Sven Schmid verzichten. Bundestrainer Didier Ollagnon informierte während einer Pressekonferenz am heutigen Vormittag, dass Schmid aufgrund einer Verletzung (Ellenbogen) nicht im Team-Wettbewerb starten kann. Für ihn wurde der Böblinger Steffen Launer nachnominiert. „Nach den nicht zufriedenstellenden Leistungen im Einzel haben wir das feste Ziel, eine Medaille in der Mannschaft zu holen. Die Jungs haben das drauf, dessen bin ich mir sicher“, äußerte sich Bundestrainer Didier Ollagnon.
Bekannt wurde man Rand der EM auch, dass der Präsident der FIE, Alisher Usmanov, insgesamt 100.000 US-Dollar für die Medaillengewinner ausgeschüttet hat. Jeder Europameister erhält 6000 $, für Platz Zwei gibt es 4000 Dollar und für den dritten Rang 3000 US-Dollar.
Sibylle Klemm überrascht in Leipzig
Die Tauberbischofsheimerin Sibylle Klemm hat am dritten Tag der Fecht-Europameisterschaften in Leipzig mit Rang drei im Damensäbel für eine faustdicke Überraschung gesorgt.
Die 26-jährige Studentin der Uni Würzburg zeigte in der sächsischen Metropole keinen Respekt vor großen Namen. Nach nur einer Vorrunden-Niederlage sicher für das K.O.- qualifiziert, setzte sie sich im Achtelfinale gegen die Ungarin Reka Peto mit 15:12 durch. Zuvor musste sich bereits die Spanierin Sandra Marcos der Tauberbischofsheimerin geschlagen geben. Im Viertelfinale wartete dann mit Vizeweltmeisterin Olga Kharlan eine weitere Top-Athletin auf Sibylle Klemm. Doch die zeigte sich ein weiteres Mal unbeeindruckt und setzte sich gegen die Ukrainerin in einem Weltklasse-Gefecht klar mit 15:11 durch. Es bedurfte der Olympia-Vierten, Sophie Velikaia (RUS), um Sibylle Klemm zu stoppen. Lange war auch dieses Gefecht offen, ehe sich Velikaia mit 15:10 durchsetzen konnte. „Wahnsinn, ein super Erfolg für Sibylle, aber auch für die ganze Waffe Damensäbel. Das war das, was uns gefehlt hat. Es ist einfach Klasse, wie Sibylle in die Bresche gesprungen ist und Edelmetall geholt hat“, freute sich anschließend Bundestrainer Eero Lehmann. „Ich bin einfach nur glücklich, es auf das Podest geschafft zu haben“, zeigte sich die Tauberbischofsheimerin in der Pressekonferenz überglücklich. Anja Musch belegte in Leipzig Platz 28 im Gesamtklassement, Stefanie Kubissa erreichte Position 30, Davina Hirzmann kam auf Rang 34. Europameisterin wurde in Leipzig Svetlana Kormilitsyna (Russland), die das abschließende Finale gegen Sophie Velikaia gewann.
Dagegen blieb den Degen-Herren der Medaillen-Traum versagt. Bei Sven Schmid (Tauberbischofsheim) brach die alte Ellenbogenverletzung wieder auf. Er schied bereits nach der Vorrunde aus. Den einstigen Leipziger Jörg Fiedler (Tauberbischofsheim) erwischte es in der Runde der letzten 64. Fiedler musste sich hier bereits mit Dauerrivalen Gabor Boczko (HUN), der gegen den Weltranglisten-Zweiten mit 10:7 die Oberhand behielt. „Eigentlich ist das ein Gegner, den Du erst im Halbfinale hast“, erklärte anschließende der 32-jährige Tauberbischofsheimer. Und der fügt selbstkritisch hinzu: „Ich weiß nicht, war es zu wenig oder zu viel Risiko. Da ich verloren habe, war es wohl zu wenig Risiko. Ich hatte mich entschieden, hinten zu bleiben. Angesichts der Niederlage war die Entscheidung falsch“. Für seinen Vereinskollegen Martin Schmitt und Christoph Kneip (Leverkusen) war im Tableau der letzten 32 Schluss. Schmitt unterlag dem Esten Nikolai Novosjolov 11:15, Christoph Kneip musste sich dem späteren Gesamt-Dritten, Radoslaw Zawrotniak (POL) 12:13 geschlagen geben.Somit blieb Jörg Fiedler nur Platz 33. Christoph Kneip reihte sich auf Platz 22 ein, Martin Schmitt belegte Rang 24.
Titelträger 2010 wurde Jean-Michel Lucenay (FRA), der sich im Finale gegen Gabor Boczko mit 15:11 durchsetzte.
DFB hat dritte Medaille sicher
Säbelfechterin Sibylle Klemm aus Tauberbischofsheim steht im Halbfinale der Fecht-Europameisterschaft in Leipzig. Die 26 Jahre alte Rechtshänderin hat sich auf diese Weise Bronze gesichert. Gold und Silber sind zum Greifen nah.
Kleibrink und Co. heute ab 16:00 Uhr live im TV
Die deutschen Florettherren um die beiden Topstars Peter Joppich und Benjamin Kleibrink sind heute auch mal abseits der Planche unterwegs: Im Live-Talk des MDR „Hier ab Vier“ kann man neben den Spitzenathleten auch Sebastian Bachmann, André Wessels sowie Bundestrainer Uli Schreck im Studio bewundern. Ab 16 Uhr wird das Team live in der Sendung zu sehen sein und den Moderatoren Frage und Antwort stehen.
Gold für Imke Duplitzer
Elf Jahre nach ihrem Titel von Bozen hat Imke Duplitzer nun in Leipzig ihren zweiten großen europäischen Triumph gefeiert.
Auch Magdalena Piekarska (POL) konnte den Lauf der Bonnerin am heutigen Sonntag nicht stoppen. Klar mit 15:10 setzte sich die neue Europameisterin im Finale gegen die Polin durch und löste damit Team-Kollegin Britta Heidemann als Europameisterin ab. Alles begann um 8.40 Uhr mit einem knappen 8:7-Sieg gegen Olympiasiegerin Britta Heidemann im 32-er Tableau. Es folgten Siege gegen Anca Maroiu (ROM/15:11) und Yana Shemyakina (RUS/15:13). Nur kurz wackelte der Erfolg von Imke im Gefecht gegen Shemyakina. Doch die Deutsche zeigte Nervenstärke und drehte das Gefecht zu ihren Gunsten. Es folgte ein souveräner Final-Sieg gegen Magdalena Piekarska (POL), die nur am Anfang punkten konnte. Bereits am Ende des ersten Drittels führte Duplitzer mit 7:6 und schloss ihren Sieg nach 1:50 min mit dem 15-ten Treffer zu ihren Gunsten ab. „Heute hat einfach alles gepasst. Immerhin habe ich 11 Jahre auf diesen Erfolg warten müssen. Ich bin überglücklich, dass es bei der Heim-EM nun Gold wurde“, freute sich anschließend die neue Europameisterin. Rang drei teilten sich in Leipzig Laura Flessel-Colovic (FRA) und Noam Mills (ISR).
Die weiteren deutschen Fechterinnen Britta Heidemann (Leverkusen), Monika Sozanska und Ricarda Multerer (beide Heidenheim) belegten die Plätze 26, 33 und 68.
Im Herrenflorett wiederholte Vorjahressieger Andrea Baldini (ITA) seinen Vorjahreserfolg. Im Finale setzte sich der 25-jährige gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Valerio Aspromonte mit 15:11 durch. Rang drei teilten sich hier Renal Ganeev (RUS) und Richard Kruse (GBR). Die deutschen Vertreter, vorab zu den Favoriten gehörend, konnten nicht in die Entscheidungen eingreifen. Spätestens im 32-er Tableau war für das deutsche Quartett Schluss. Peter Joppich (35.) schied bereits in der Runde der letzten 64 gegen den Weißrussen Aliaksandr Chaliankov nach einem 12:15 aus, Sebastian Bachmann (27.), Benjamin Kleibrink (29.) und Andre Weßels (30.) verabschiedeten sich eine Runde später. „Das Ergebnis kann uns natürlich nicht zufrieden stellen, gehören wir doch hier mit zu den Mitfavoriten. Aber die Jungs haben im Mannschaftswettbewerb nochmals die Chance, eine Medaille zu holen und die werden sie sicher wahrnehmen“, erklärte anschließend Delegationsleiter Manfred Kaspar.
Mit dem Sieg von Imke Duplitzer hat die deutsche Equipe bereits die zweite Einzelmedaille erkämpft und hofft am Morgen folgenden, dritten Wettkampftag auf weiteres Edelmetall.
TV-Beiträge:
Für Imke Duplitzer winkt EM-Gold
Mit dem Halbfinalsieg gegen Noam Mills ist Degenfechterin Imke Duplitzer dem zweiten EM-Sieg in ihrer Karriere ganz nahe. Die Bonnerin siegte in einem souveränen Gefecht gegen Mills klar mit 15:8. Finalgegnerin ist im abschließenden Gefecht Magdalena Piekarska (POL), die sich gegen Laura Flessel-Colovic (FRA) mit 13:12 im Sudden Death durchsetzte.
Duplitzer erreicht Halbfinale
Degenfechterin Imke Duplitzer (Bonn) hat mit ihrem Sieg über Yana Shemyakina (15:13) das Halbfinale von Leipzig erreicht. Die 34-jährige trifft nun auf Noam Mills (ISR). Das zweite Halbfinale bestreiten Laura Flessel-Colivc (FRA) und Magdalena Piekarska (POL).
„Im ersten Drittel hab ich meine Gegnerin nicht richtig verstanden, da war ich noch in einem anderen Film, weil ich da ein anderes Bewegungsbild von ihr hatte. Im zweiten Drittel wusste ich dann welches Bild ich brauche und wo ich hin muss und sie ist jedes Mal drauf reingefallen. Ich hab den Spieß umgedreht, einfach geil“, so Imke Duplitzer anschließend.
Nicolas Limbach holt Silber bei Heim-EM
Der Dormagener Nicolas Limbach hat am ersten Tag der Europameisterschaften in Leipzig Silber erkämpft und damit für das erste Edelmetall aus deutscher Sicht gesorgt. Limbach unterlag im Finale Alexej Yakimenko (Russland) in einem spannenden Gefecht knapp mit 13:15. Nach einem Freilos im 64-er Tableau setzte sich der 24-jährige in der Runde der besten 32 gegen Andrey Jagodka (UKR) deutlich mit 15:4 durch, bezwang anschließend Vereins- und Teamkollegen Benedikt Beisheim 15:7. Auch der Russe Veniamin Reshetnikov konnte den amtierenden Weltmeister nicht stoppen und verlor im Viertelfinale 15:12. Halbfinalgegner Oleg Shturbabin (UKR) musste sich dem Dormagener im Halbfinale gar 8:15 geschlagen geben. Erst der spätere Sieger Alexey Yakimenko vermochte es, den EM-Favoriten, einer der „Gesichter der EM“, zu stoppen.
„Na klar wollte ich hier gewinnen“, so Limbach kurz nach dem Finale. „Du hast ja nicht alle Tage die Gelegenheit, bei einer Heim-EM Edelmetall zu gewinnen“. Über seinen Gegner und das finale Gefecht äußert Nicolas: „Er ist ein klasse Fechter. Ich lag in der Halbzeit einfach zu weit hinten. Da muss man offensiv fechten und das Risiko eingehen, einige Treffer abzubekommen. Bis zum 8:3 war es ganz schwer, zurückzukommen. Danach habe ich klar dominiert und es mit dem großen Rückstand versäumt, zu gewinnen“. Abschließend erklärt der Dormagener: „Der erste EM-Tag war sehr positiv. Mit einer Silbermedaille kann man schon mal anfangen, obwohl ich heute lieber Gold gewinnen wollte. Ich danke den vielen Helfern und Fans, die für eine unheimlich tolle Atmosphäre und einen reibungslosen Ablauf der EM gesorgt haben. Doppelt so schön ist es natürlich mit dem Heimspielvorteil“.
Der Vorjahres-EM-Dritte von Plowdiw, Björn Hübner (Tauberbischofsheim) verpasste durch eine 11:15-Niederlage gegen Oleg Shturbabin im Achtelfinale den Einzug in die Runde der besten Acht. Er belegte am Ende Position 12 im Gesamtklassement. Benedikt Beisheim erreichte in Leipzig Rang 15, Johannes Klebes (Tauberbischofsheim) reihte sich auf Platz 33 ein.
Dagegen konnten die Damenflorett-Fechterinnen nicht in die Medaillenvergabe eingreifen. Während sich Valentina Vezzali (ITA) am Abend des ersten Wettkampftages als alte und neue Europameisterin feiern lassen konnte, musste das deutsche Quartett mit der Zuschauerrolle vorlieb nehmen. EM-Neuling Martina Zacke (Berlin) und Sandra Bingenheimer (Tauberbischofsheim) schieden bereits nach dem ersten K.O.-Gefecht aus. Katja Wächter und Carolin Golubytskyi (beide Tauberbischofsheim) drangen wie erwartet bis in das Achtelfinale vor. Beide verloren dort die entscheidenden Kämpfe um den Einzug in die Finalrunde. Carolin Golubytskyi war gegen Olga Leleyko (UKR) ohne jede Chance und musste sich der Ukrainerin 4:15 beugen. Lokal- Matadorin Katja Wächter verlor nach großem Kampf gegen Corrine Maitrejean (FRA) 11:15. Für beide blieben am Ende die Positionen 12 und 14.
Einen rabenschwarzen Tag erwischte in Leipzig der dreifache Weltmeister Peter Joppich. Für den Koblenzer war bereits nach dem 64-er K.O. Schluss. Joppich unterlag in der Direktausscheidung dem Weißrussen Aliaksandr Chaliankov knapp mit 12:15. Die weiteren deutschen Vertreter Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim), Sebastian Bachmann und André Weßels (beide Bonn) haben sich dagegen bereits für die Runde der besten 32 am morgigen, zweiten Tag qualifiziert.
Im Damendegen kommt es morgen in der zweiten Entscheidung des Sonntags in der Runde der besten 32 zum direkten Aufeinandertreffen von Britta Heidemann (Leverkusen) und Imke Duplitzer (Bonn). Neben dem Duo qualifizierte sich zudem Monika Sozanska für die Damen-Degen-Entscheidungen in Leipzig.
Geplatzte Träume: Keine Medaillen im Damen Florett
Florett Fechterin Katja Wächter konnte ihren doppelten Heimvorteil nicht nutzen. Die in Leipzig geborene Athletin konnte die lautstarke Unterstützung vieler heimischer Fans nicht nutzen und schied wie Carolin Golubytskyi im Achtelfinale aus. Auch die beiden anderen Florett Fechterinnen waren enttäuscht: Sandra Bingenheimer und Martina Zacke landeten trotz couragierter Vorstellungen nur auf den Plätzen 28 und 30.
Das kleinste Team der EM stellt sich vor
Eine Begegnung mit dem Trainer der monegassischen Delegation
Das Fürstentum Monaco am Mittelmeer wird allein von Aurélie Boisson und Roland Mouflard repräsentiert. Der kleine Staat beherbergt jedoch nicht nur das weltberühmte Casino von Monte-Carlo, sondern auch einen 200 Mitglieder zählenden Fechtclub bei nur 6000 offiziellen Einwohnern. Beide monegassischen Fechter treten im Wettbewerb Degen-Einzel an und werden von Michel Perin, dem ehemaligen Trainer der französischen Nationalmannschaft, betreut. Boisson und Mouflard haben sich fest vorgenommen, sich für die Direktausscheidung zu qualifizieren. Ungeachtet der hohen Anspannung bei dieser anspruchsvollen Aufgabe, fanden Fechter und Trainer doch noch ein wenig Zeit für einen Stadtrundgang. Leipzig sei, so Michel Perin, eine architektonisch überaus reizvolle und sehr saubere Stadt. Doch kommende Woche wird für Perin im monegassischen Fechtclub der Alltag wieder Einzug halten: Training mit Prinz Albert.
Fecht-EM in den Startlöchern
Weniger als 24 Stunden sind es bis zum Start der Europameisterschaften in Leipzig. Die Organisatoren jedenfalls können vermelden, dass alles für den morgigen Start bereit ist. Auch in der ARENA Leipzig, Austragungsstätte der europäischen Meisterschaften, waren in den letzten Tagen die Auswirkungen des hochsommerlichen Wetters zu spüren. Gemeinsam mit der Fa. Agrekko konnte jedoch eine schnelle Lösung gefunden werden. Der Kälte- und Klimaanlagen-Spezialist half den Veranstaltern schnell und unkompliziert. „Dank der schnellen Hilfe werden alle Athleten, Gäste und Helfer morgen angenehme Temperaturen in der ARENA vorfinden“, informierte Karin Strauch, Executive-Managerin der EM.
Nach der Waffenkontrolle geht´s ab in die Halle
Einen Tag vor dem offiziellen EM-Beginn füllt sich die Arena Leipzig mit Sportlern und Trainern aus ganz Europa. Eine der weitesten Anreisen hatten die russischen Fechter. Artem Sedov, Kapitän der russischen Florettmannschaft, strahlt Optimismus aus: „Wir sind gut vorbereitet und rechnen damit, sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel das Finale zu erreichen.“ Den heutigen Tag wollen er und seine Teamkollegen dazu nutzen, die Stadt ein wenig kennen zu lernen und auf diese Weise kurz vor dem Showdown noch einmal abzuschalten.
Leere Fechtbahnen – volle Nebenhallen
Degen, Säbel und Floretts werden geprüft, Athleten, Trainer und Betreuer orientieren sich mit eiligen Schritten auf einigen Rundgängen durch die Arena. Während sich die einen in der Lounge noch ganz entspannt mit ihren Teamkollegen unterhalten, steht für andere bereits ein erstes Training auf dem Programm: Warm-Up, Einzellektionen und Trainingsgefechte kann man in der Fechthalle beobachten. Die Fechter sind fokussiert - sie alle wollen sich und ihr Land bei der EM gebührend präsentieren.
Letzte Proben laufen auf Hochtouren
In der Arena Leipzig wird fleißig geprobt. Die szenischen Fechter um ihren Leiter Prof. Clauß Großer von der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig proben nochmals vor der Eröffnungsfeier der Fecht-EM. Was alles zu sehen sein wird, wollte Professor Großer nicht verraten. Wir dürfen also gespannt sein.



























































